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Apple-Fachbücher vom Mac-User für Mac-User – Daniel Mandl und Michael Schwarz

Seit einigen Wochen verfolge ich die Aktivitäten vom Verlag Mandl & Schwarz im Internet. Durch einen netten Emailwechsel und das sehr sympathische Auftreten der Mac-User im Internet, beschloß ich mit Daniel Mandl und Michael Schwarz ein Interview zu führen. Was die beiden Mac-User über Apple-Bücher, Macs, Ihren Verlag und Zukunftspläne berichten, erfahrt Ihr im Interview.

Bild zeigt: Startseite vom Apple-Buchverlag Mandl & Schwarz.Bild zeigt: Startseite vom Apple-Buchverlag Mandl & Schwarz.

Michael Schwarz und Daniel Mandl betreiben einen auf Apple-Fachbücher spezialisierten Verlag. Mögt Ihr dem noch etwas hinzufügen, um Euch vorzustellen?.
Ja, vielen Dank für die Einladung zum Interview. Daniel Mandl und ich, Michael Schwarz, sind vielleicht schon dem ein oder anderen Mac-User in “Buchform” über den Weg gelaufen: Wir machen halt “anregende Bücher für engagierte Apple-Nutzer”, so lautet zumindest unser Verlags-Credo.

Als Zwei Mann-Team sitzen wir hier sprichwörtlich hinterm Nordseedeich nahe Husum, für alle, denen die “Karten”-Funktion von Google zu weit weg ist: Das liegt nördlich von Hamburg “kurz vor Sylt” in Nordfriesland. Von hier aus “beglücken wir die Republik”, die Schweiz und Österreich mit Buchthemen rund um den Mac, die den Ein- und Umsteiger (von Windows oder anderswo) in die Apple-Welt begleiten…

Erzählt bitte etwas über Geschichte, Idee, Entwicklung, bisherige Meilensteine von Eurem Verlag.
… prima, womit wir dann auch beim Thema wären ;-) : Aktiv in der “Mac-Szene” sind wir ja schon seit etlichen Jahren, bis wir 2005 unseren Verlag im eigenen Namen gegründet haben. Das war natürlich am Anfang ein mutiger Schritt (zumindest gefühlt für uns): Aber unsere Gespräche im Buch- und Computerfachhandel haben wir uns da — klar, mit Aufwind durch Apple — Mut gemacht. Was witzig ist: Etliche Kontakte kannten Daniels Erstlingswerk “Macintosh für Kinder”, daß wir “vor Urzeiten” bei einem Drittverlag herausgebracht hatten und was dann in das selbstveröffentlichte “Grundlagenbuch ums Apple-Betriebssystem” gemündet ist. Dieser Art von “Klassiker” hält sich seither in den Bestenlisten (aber nun mal Schluss mit dem Lob).

Seit Gründung unseres Verlages “wächst und gedeiht” das Programm mit Anleitungsbüchern auch um die iLife-Programme iPhoto, iMovie & iDVD sowie mit weiteren Autoren, die wir mit ins Boot genommen haben, dann auch rund ums iPhone oder Themen wie “Mac im Business-Bereich”, eines der aktuell spannendsten Potentiale rund um den Mac (schließlich ist der Geschäftsführer nicht umsonst begeistert von seinem Apfel-Mobiltelefon…). Der Mega-Erfolg lag dann in der “Umsteigefibel – von Windows zum Mac”, die wir aktuell wieder in einer aktualisierten Auflage herausbringen. Ich glaube, wir waren “zur richtigen Zeit am richtigen Ort”: Seither wächst unser Kundenkreis auch durch “Mundpropaganda” kontinuierlich.

Wenn man von einem Verlag wie uns hört, ist es glaube ich auch spannend, zu wissen, was wir _nicht_ wollen: So erleben wir mehr und mehr, wie — neben einigen honorigen Wettbewerbern, die (zugegeben ;-) ) einen guten Stand im Markt haben — es immer wieder “beliebige Massenware” zum Thema auf den Markt kommt. Wir hoffen einfach, dass gerade der Mac-User den etwas persönlicheren (und auch auf Qualität geeichten) Stil schätzt — schließlich ist es das, was uns eben unterscheidet.

Ihr vertreibt Eure Apple-Bücher über Euren Verlag-Webshop. Für welche weiteren Vertriebswege habt Ihr Euch warum entschieden?
Als Buchverlag ist es klar, dass wir in (fast) jeder Computerecke einer mittelgroßen Buchhandlung zu haben sind (wenn nicht, “bitte einmal winken”; unser Vertrieb ist dann sofort zur Stelle). Auch im Apple-Fachhandel wird Mandl & Schwarz-Lektüre gern dem Neukunden zum Mac mit ins Körbchen gelegt (was uns natürlich freut). Mehr und mehr kommt der Kunde aber auch zu uns auf die Website, weswegen dort ein Shop mit versandkostenfreier Zustelloption erwartet. Amazon & Co. sind eh logisch, aber direkt bieten wir halt mehr wie z.B. Update-Services oder Zusatzkapitel zum Download.

Weiterhin stehen eBooks (PDF) im “virtuellen Auslagefach” für all jene, die statt langer Google-Suchorgien lieber gleich ein fachkundiges Werk direkt “laden und lesen” wollen.

Darüber hinaus freuen wir uns wirklich über den direkten Kundenkontakt; er ist “wie das Salz in der Suppe”. Und es wirklich beeindruckend, wer sich da alles (aus wirklich aller Welt) meldet.

Bietet Ihr ein Partnerprogramm an?
Eine spannende Frage: Zum einen sind wir natürlich dankbar für jede Empfehlung (und wer anderen unsere Bücher mit Nachdruck und Herzblut empfiehlt, bei dem bedanken wir uns auch schon einmal mit einem Küchenmagnet-Leuchttum oder einer “Moin Moin”-Mütze persönlich per Post — gibt es denn was Schöneres? ;-) ). Aber die Frage hat eine “andere Ebene”, klar.

Ich würde es gern so sagen: Wer uns hierbei nachhaltig unterstützen will, mag sich gern melden, da wir dazu in Planung sind. Dann können wir schon sehr bald gemeinsam loslegen. Schließlich sollten alle, die sich (in diesem Fall: für Mandl & Schwarz) engagieren, dann auch Ihr Scherflein bekommen.

Darüber hinaus finden sich manche Buchinhalte in speziell für den iPod touch und fürs iPhone aufbereiteter Form als App im iTunes Store (einfach mal nachschauen!!).

Auf den ersten Blick ist Eure Zielgruppe sehr breit. Wer ist aus Eurer Sicht die Zielgruppe vom Verlag Mandl & Schwarz?
Ja, das stimmt: Durch unsere vielfältigen Kontakte mit den Lesern kommen wir auf eine große Alters Bandbreite vom Schüler bis zur “knapp unter dreistelligen Jahresalter”-Angabe. In erster Linie sind dies natürlich Ein- und Umsteiger. Aus unserer Sicht sind die Bücher dabei so verfasst, dass sie wirklich von allen Altersgruppen konsumiert werden können — eigentlich von allen, die sich einen Mac und damit “was Gutes” leisten.

Natürlich hängt dies auch vom Buchthema ab: Ne kleine Fibel für die Features zwischendurch und das gebundene Werk (im Kilobereich) für den Bücher-Liebhaber. Bei allen helfen wir gern, wenn es die oftmals versteckten Zusatzfunktionen auf dem Mac und iPhone / iPod sinnbringend zu nutzen.

Die Maclites-Leser würden sicher gerne genauer wissen wie es zur Zusammenarbeit zwischen Mandl & Schwarz kam. Wie habt Ihr Euch kennengelernt und wann kam es zur Entscheidung ernst zu machen und einen eigenen Verlag zu gründen?
Wir kennen uns seit Schulzeiten; unser Weg kreuzte sich immer mal wieder. Insofern ist es gut, dass man mit einem Kompagnon einen Verlag führt, auf den man sich gegenseitig voll verlassen kann. Die verlegerischen Tätigkeiten haben wir schon sieben Jahre vor der eigenen Verlagsgründung für einen Schweizer Buchverlag hauptverantwortlich durchgeführt; insofern kannten wir das Business in und auswendig. Den Schritt, im eigenen Namen loszulegen, war auch durch den Erfolg der eigenen Bücher nur eine konsequente Folge daraus.

Wielange beschäftigt Ihr Euch mit Apple und wie kam es zum ersten Kontakt mit einem Mac-Computer?
An der Universität (u.a. in Lüneburg) waren sie seinerzeit sehr fortschrittlich und hatten schon die ersten Würfel-Macs. Einer davon, ein “Classic II”, steht nun bei uns im Regal. Wir sind seither mit allen Mac-Krankheiten und Apple-Innovationen mitgewachsen. Und ich vermute, dass wir irgendwann noch ein paar Regale mehr brauchen werden … ;-)

Ich habe viele Bücher gelesen zu unterschiedlichen Computerthemen. Egal ob es sich um Fachbücher über Windows, Linux, TeX oder HTML handelte. Ich habe viel Geld für Fachbücher ausgegeben, nur um danach meistens zu merken das mir das Buch nichts gebracht hat. Seit Jahren kaufe ich deswegen keine Fachbücher mehr sondern hole mir meine Informationen aus dem Internet. Wie wollt Ihr solche Leute für Eure Bücher begeistern?
Ganz ehrlich: Wir kennen auch jede Menge Schrott. Und sind jedesmal erschrocken, mit wie wenig Aufwand (oder Inhalt) oder blosser “Verpackung” dem Kunden etwas angedreht werden soll. Aber der Markt vergisst nicht so schnell: Wer sich einmal seinen Ruf ruiniert (und davon gibt es doch einige), der hat gerade in einem kommunikationsstarken Markt wie in der Mac-Szene einen schweren Stand. Denn “Vertrauen”, so platt wie es klingt, ist ein wertvolles Gut. Und eben das “Gegengeschenk” für das Buch, welches man dem Leser — mit hoffentlich gutem Gewissen — entgegen reicht.

Zu Google & Co.: Wer sich einem Thema etwas mehr widmen will, der ist relativ schnell erschöpft von der “Herumsurferei”; da hat das kompakte Wissenspaket in Form eines Buchs oder eines eBooks immer noch seinen Wert.

Euer Engagement im App Store finde ich mutig. Es ist schwer bei den Massen an Applikationen herauszustechen. Mögt Ihr über Eure Marketing-Taktik, mit der Ihr Eure iPhone-Apps bewerbt, reden?
So “mutig” ist das doch nicht. Die Inhalte vom Co-Autor Hans Dorsch sind prima, gerade weil er in seinem Buch zum “iPhone” eine schrittweise Methodik verfolgt, die es dem Leser einfach macht. (Lange Romane würde ich dort selbst nicht lesen wollen …; aber vielleicht ändert sich das ja mit dem iPad. Let´s see …

Unser Marketing besteht zudem hauptsächlich aus “Authentizität”: Wir sind ein Zweimann-Verlag, der — entgegen so manchen Neu-Wettbewerber, der gern mal “Schnellschüsse” produziert — vor allem Wert auf kompetente und unterhaltsame Lektüre legt. Dabei sind wir unabhängig von Apple (zumindest organisatorisch ;-) ), so dass wir uns zu jedem Thema einen kritischen Standpunkt erlauben können. Ein Beispiel hierfür ist, wenn Apple — wie zB aktuell noch im Business-Bereich — keine oder nur eine unzureichen Zusatz-Softwarelösung bietet, wir im Buch auf “Dritt-Software” von externen Anbietern verweisen. Das unterscheidet uns ja gerade von den “Halleluja”-Publikationen rund um den Mac.

So treten wir über die üblichen Medien an unsere Kundschaft heran — wer zB unseren Newsletter abonniert, den versorgen wir gern auch mit Infohäppchen zwischendurch. Das macht doch gerade Spass.

Nennt bitte Eure persönlichen Lieblings-Bücher die Euer Verlag rausgibt. Bitte wirklich beide und möglichst nicht absprechen! :-)
Daniel Mandl: sein “frischestes” Herzblut, das “Grundlagenbuch zu Snow Leopard”. Warum? Wir haben aufgrund der zahlreichen Feedbacks zum Vorbuch nun der Lektüre einen Vierfarbdruck in wertiger Hardcover-Produktion spendiert und merken dementsprechend, dass dies im Markt auch so positiv ankommt.

Michael Schwarz: die “Umsteigefibel – von Windows zum Mac”, die gerade bisherige PC-Nutzer “an die Hand” nimmt und ihnen in einer kleinen, kompakten Form die wichtigsten Fragen zum Wechsel beantwortet und die ersten Schritte auf dem Mac erleichtert.
Daneben gibt es noch das iTunes-Buch, das aktuell in der honorigen FAZ Bestnoten einheimsen durfte. Aber auch die Bücher “Mac im Unternehmen” oder zu “iWork” und zum “iPhone” sind für uns eine wertvolle inhaltliche Bereicherung.

Mit welchen Macs arbeitet Ihr aktuell und warum habt Ihr Euch gerade für die Modelle entschieden?
Wir haben zwei iMac mit 24- und 27-Zoll, ein MacBook Pro 2,66 sowie noch ein etwas betagteres PowerBook G4 1,67 mit 17 Zoll-Display. Die iMacs bestechen natürlich vorrangig duch ihre tollen Displays. Gerade bei Layout-Arbeiten kann man ja nie genug Platz haben, so dass an beiden iMacs auch noch jeweils ein externer Bildschirm (zwei 23-Zöller) hängt. Das MacBook Pro ist natürlich hauptsächlich für unterwegs gedacht und dient ab und an auch schon mal als Testrechner zum Ausprobieren verschiedentlicher Software, von der wir noch nicht so genau wissen, ob wir der trauen können … erst nach erfolgreichem Sichbehaupten lassen wir dann derlei Anwendungen auch auf unsere Hauptarbeitsrechner. Das PowerBook G4 ist noch von 2004, verrichtet jedoch ebenfalls noch ausgezeichnet seinen Dienst – etwa für Datenbanken, Office-Programme und natürlich E-Mail & Co.

Erhofft sich Mandl & Schwarz eine Umsatzsteigerung durch das iPad und wird Mandl & Schwarz ein iPad-Buch verlegen?
Was heißt es hier »hoffen»? Das wissen wir :-) Nein, im Ernst: Wir wollen hier natürlich mitmischen und machen uns natürlich schon den Kopf, welche Inhalte sich dazu eignen und wie wir diese aufbereiten möchten. Dazu schauen wir natürlich auch über den großen Teich und beobachten ganz genau, wie das iPad dann letztlich aufgenommen wird.

Welches Apple-Forum bzw. welche Mac-Community habt Ihr besonders im Auge, hört Ihr Podcasts oder mögt Ihr bestimmte Blogs so gerne das Ihr sie empfehlen würdet?
Unsere Haupt-Kommunikation gilt unseren Kunden, die uns gern und intensiv ihr Feedback zu den Büchern mitteilt. Das wissen wir sehr zu schätzen. Darüber hinaus tummeln wir uns natürlich “an allen möglichen Ecken” im Netz. Ichwürde mich aber hier nur ungern auf die ein oder andere Seite festlegen lassen. In unseren Büchern empfehlen wir natürlich die etablierten Foren. Wenn wir einen Tipp in einem Blog finden, fragen wir aber auch dort an, ob wir diesen weiter empfehlen können und geben ihn auch in Buchform weiter.

Welche Mac-Software kommt bei Euch privat und im Verlag zum Einsatz?
Zum Layouten benutzen wir QuarkXPress. Das liegt einfach an unserer jahrelangen Routine, auch wenn wir schon des Öfteren mal auf InDesign einen Blick geworfen haben. Weiterhin gibt es natürlich bei uns Office 2008 zum Schreiben und zum Anlegen umfangreicher Adresslisten in Excel. Ansonsten ist jeodch viel Apple-eigenes in Gebrauch: Etwa iPhoto und iMovie, iTunes natürlich, aber auch das Multitalent Vorschau. Für die Bildbearbeitung als solches haben wir noch eine ältere Photoshop-Version, die wir jedoch hauptsächlich auch zum Konvertieren von RGB-Bildern ins CMYK-Format benutzen. Die anderen Programme können das ja leider nicht. Zum Surfen verwenden wir Safari und Firefox, zum E-Mailen sind wir von Entourage auf Mail gewechselt, da wir leider unter häufigen Abstürzen seitens Entourage litten. Momentan beschäftigen wir uns auch mit Pixelmator (was ein wirklich tolles Programm ist – als wäre es von Apple programmiert worden) und auch mit Aperture 3.

Worüber würdet Ihr gerne noch reden, wonach ich aber nicht gefragt habe?
Daniel hat zwei Katzen, die ihn ständig bei der Arbeit nerven. Ist das interessant für Euch? Da könnte man ganze Bücher füllen … Was gibt es noch zu sagen? Manchmal trauern wir schon den guten alten iPhone-/iPod-freien Mac-Zeiten hinterher, als ein Macintosh-Rechner noch ein richtiger Computer war. Heutzutage ist vieles fast schon erschreckend perfekt. Auch wenn man an die Zukunft denkt, so ist das schon ein wenig beängstigend, wie schnell der Fortschritt das Arbeiten beeinflusst und wie gerade die Jugend diese neuen Innovationen nutzt. Wir hoffen, dass auch das menschliche Miteinander dabei nicht zu kurz kommt und sich die künftige Kommunikation nicht auf zwei Sätze beschränken wird. Man erlebt leider selbst im Bekanntenkreis, dass viele Jugendliche nur mehr am Bildschirm hängen und sich darüber unterhalten (Spiele, Filme, Internet-TV) und artikulieren (in den diversen VZ’s). Vielleicht sind wir wirklich in Bälde so weit, dass Kühe eben lila sind und Handys & Co. über Freundschaften entscheiden …

Michael Schwarz und Daniel Mandel, Macuser und Verleger. Vielen Dank, für die interessanten Antworten!

Tillmann Scheele führte durch das Maclites Magazin Interview. Schau regelmäßig nach neuen Interviewgästen von Maclites und verfolge das Maclites Magazin über:

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Aktualisiert am 19/11/2011

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