Aufmerksam wurde ich auf Michael Mantel durch das aussergewöhnliche Logo von Dübels Geistesblitz. Pinselschwinger, Maler, Cartoonist, Illustrator, Macuser. Michael Mantel fühlt sich in vielen Rollen wohl. Diesmal war er so nett in eine weitere Rolle zu schlüpfen. In die Rolle eines Interviewten. Viel Vergnügen!
Screenshot der LACHHAFT-Homepage von Michael Mantel
Die obligatorische und traditionelle erste Bitte – Stelle Dich bitte vor, Michael.
Sehr gerne. Ich heiße Michael Mantel, bin 32 Jahre alt, meine Hobbys sind Gitarre spielen und Cartoons zeichnen. Meine Lieblingsfarbe? Pfff…keine Ahnung!
Ich erzähl aber gerne noch mehr. Zum Beispiel, dass ich Illustrator bin, wo schon mal kein Mensch weiß, was das ist. Für mich der schönste Beruf der Welt. Ich male Bilder für Zeitungen, Zeitschriften, Werbespots, Kinofilme und vieles mehr. Ich könnte das z.B. mit Wasserfarben machen, arbeite aber am liebsten mit einem Zeichentablett am Computer (für die Geeks: Wacom-Tablett, iMac, Photoshop CS3). Jeder Illustrator hat einen bestimmten Stil, und der Meine läßt sich so besonders gut umsetzen.
Tatsächlich gehörte ich zu Schulzeiten nie zu den Jungs, die die Schultische mit witzigen Figuren vollgekritzelt haben. Ich mochte es nie besonders, wenn mir Leute beim Zeichnen über die Schulter schauten. Inzwischen bin ich da allerdings emanzipierter. Nach dem Zivildienst bin ich total auf Grafik-Design abgefahren, so dass ich das einfach mal studiert habe. Habe aber am Ende doch erkannt, dass ich am liebsten „male“. (Das Wort „malen“ sagt eigentlich über Illustration so viel aus wie „rumspakken“ über Schauspiel.)
Ich habe mich nicht gleich getraut, mich als Illustrator selbstständig zu machen, da mir dazu auch noch eine klare Stilrichtung fehlte. Also habe ich erstmal was anderes gemacht. Über Umwege bin ich dann beim Film gelandet, genauer gesagt bei der ersten deutschen Spielfilmproduktion für einen 3D-animierten Kinofilm. Interessiert hat der leider kaum jemanden. Für die Chronisten: Er hieß „Back To Gaya“ und konnte sich zu der Zeit eigentlich durchaus sehen lassen. Ich habe übrigens Storyboards gezeichnet (einfach mal googeln).
Später habe ich mich dann doch selbsständig gemacht, arbeite aber auch heute noch immer wieder mal an Filmprojekten. Zuletzt an der „Konferenz der Tiere“, die noch in diesem Jahr in die Kinos kommen soll.
Tja, und die Sache mit den Cartoons (man erinnere sich: Das Hobby!) fing dann Ende 2005 an. Wenn ich so darüber nachdenke, kam das aus heiterem Himmel. Ich hatte Lust darauf, Cartoons zu zeichnen und habe einfach damit angefangen. Ich wollte mal sehen, wie lange ich es schaffe, jede Woche zwei bis drei Cartoons auf den Markt zu werfen. Heute bin ich bei Nummer 436…

Aufmerksam geworden bin ich auf Michael Mantel und LACHHAFT durch die Zeichnung auf “Dübels Geistesblitz”. War das ein Freundschaftsdienst oder nimmst Du regelmässig solche Auftragsarbeiten an?
Das eine schließt das andere manchmal nicht aus. Als Illustrator mache ich ähnliche und andere Jobs natürlich regelmäßig. Normalerweise bekomme ich dafür halt ein Honorar, denn davon lebe ich.
Eines Tages bekam ich eine Mail von Marcus Dübel von besagtem Podcast, der mich fragte, ob nicht mal Lust hätte, ein Logo für seinen Podcast zu gestalten. Geld hätte er leider keins, Ruhm und Ehre seien mir aber selbstverständlich sicher. An jedem anderen Tag hätte ich so eine Anfrage höflich, aber bestimmt zurückgewiesen, denn verständlicherweise würde es für einen Illustrator auf Dauer den sicheren Ruin bedeuten, für umsonst zu arbeiten. Zumal die Gestaltung eines Logos richtig viel Zeit in Anspruch nimmt.
An jedem anderen Tag. Nun ist es aber so, dass der „Geistesblitz“ zu meinen absoluten Lieblingspodcasts gehört. Ich höre das immer beim Zeichnen, wenn die Denkarbeit erledigt ist und es um die Umsetzung geht. Da ist dann immer Zeit für Hörbücher, Musik und eben Podcasts. Heutzutage hat wird ja jede Fernsehsendung als Podcast veröffentlicht, aber ich finde gerade die privat produzierten Sendungen oft spannender als die kommerziellen Sachen. Also habe ich mir gedacht, ich höre jetzt schon wochenlang „Dübels Geistesblitz“, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlt zu haben, warum sollte ich da nicht mal dem Dübel eine Freude machen. Deshalb habe ich zugesagt.
Es hat viel Spaß gemacht, Ideen zu entwerfen, und das Ergebnis kann man heute als Podcast-Cover und auf der dazugehörigen Homepage bewundern.
Stellen wir uns vor, einer meiner Leser möchte auch gerne eine thematisch zu seinem Netzprojekt passende Zeichnung haben. Würdest Du den Auftrag annehmen und wieviel müsste dafür gezahlt werden?
Das würde ich ganz bestimmt annehmen, denn das ist ja mein Job.
Nachdem Marcus Dübel in seinem Podcast von der Logo-Aktion berichtet hatte, kamen allerdings einige Anfragen von Leuten, die auch gerne ein Logo hätten, aber es nicht bezahlen könnten. Da muss ich dann leider nein sagen. Der Dübel hat halt Glück gehabt. Und zuerst gefragt.
Über Preise kann ich immer erst sprechen, wenn ich konkret weiß, um was es geht. Letztlich richtet sich der Preis natürlich in erster Linie nach der Arbeitszeit, vergleichbar mit der Kalkulation eines Handwerkers.
Wie bist Du auf die irre Idee mit den Piranhas gekommen?
Toll, oder? Tja, wenn ich das heute noch wüsste…soweit ich mich erinnere, habe ich tatsächlich nach Sympathiefiguren gesucht, die ich häufiger auftreten lassen könnte. So kam ich auf die gefräßigen kleinen Monster, zumal mir Piranhas noch nicht so sehr bei anderen Cartoonisten aufgefallen waren.
Das Schwierige bei den Piranhas ist nur, das sich bei denen eigentlich alles ums Fressen dreht. Und zwar fast ausschließlich. Das sorgt natürlich einerseits für einen hohen Wiedererkennungswert, verkleinert aber andererseits den Kreis, aus dem die Ideen kommen. Ich hoffe, dass mir immer mal wieder was dazu einfällt, denn ich mag diese kleinen Biester auch sehr gerne. Außerdem lassen sie sich schnell zeichnen.
Wann kam Dir die Idee, Deine Cartoons im Internet zu vermarkten?
Naja, das Internet war ja schon da. Nein, ganz im Ernst, tatsächlich spielte die Technik eine nicht unwesentliche Rolle. Früher war es als Cartoonist schwierig, seine Werke einem breiten Publikum zugängig zu machen, es sei denn, wann hatte bereits einen Verlag an der Hand, der die Witze veröffentlich hat. Mit
dem Internet habe ich sofort die größtmögliche Reichweite. Jeder, der Zugang dazu hat, kann meine Cartoons sehen.
Mit dem Aufkommen der (We)blogs vor ein paar Jahren wurde es zudem sehr einfach, eine Seite mit einem geringen Pflegeaufwand zu basteln, die auch noch nichts kostet. Wenn man jedesmal, wenn man einen neuen Beitrag schreibt, einen halben Tag (oder auch nur 20 Minuten) in die technische Prozedur investieren muss, vergeht einem auf Dauer die Lust. Die Blogs haben es möglich gemacht, mit minimalem Aufwand beispielsweise einen Cartoon zu publizieren. Das fand ich toll, und tatsächlich war das die Initialzündung. Außerdem bekomme ich so auch direktes Feedback, und ich habe den Druck, regelmäßig etwas zeigen zu müssen. Auf diese Weise kommen jedes Jahr um die 100 LACHHAFT-Cartoons zustande.
Das Internet ist nach wie vor mein größter Spielplatz. Aber natürlich würde ich mich riesig freuen, wenn eines Tages ein Verlag auf die Idee käme, mit meinen Cartoons ein Buch zu füllen…
Du schreibst, wenn die Idee klar ist und Du “nur noch” malen musst Zeit hast Podcast zu hören. Erzähl doch bitte wie sich ideen entwickeln. Egal ob es für Dein Hobbyprojekt oder Auftragsarbeiten ist. Sitzt Du am Schreibtisch und sagst so nun muss mir etwas einfallen?
Im Prinzip ja. Ich habe eine Weile lang Illustrationen für eine große Tageszeitung gemacht. Die haben dann Mittags um eins angerufen und brauchten bis nachmittags um fünf oder sechs ein fertiges Bild. Zum Glück gab es da auch auch ein klares Thema und meist schon eine Idee, aber es war schon ein enger Zeitplan. Ich habe dabei relativ schnell gelernt, strukturiert zu arbeiten und schnelle Entscheidungen zu treffen. Was anderes blieb mir auch nicht übrig.
Wenn ich mehr Zeit habe, steht am Anfang oft eine ausgiebige Recherche. Wenn ich also beispielsweise ein französisches Badezimmer im Stil der Fünfziger zeichnen sollte, würde ich nach passenden Büchern suchen, in die Bibliothek gehen, Suchmaschinen bemühen, vielleicht sogar Prospekte von Fliesenherstellern zukommen lassen. Vielleicht auch eine passende Ausstellung besuchen. Natürlich mache ich auch ständig Fotos von Dingen, die mal interessant werden könnten und habe selber einige Bildbände und Zeitschriften.
Mit diesem Hintergrundwissen fange ich an, eigene Ideen zu entwickeln. Da am Ende eine Illustration stehen soll, entwickle ich meine Ideen in Form von Skizzen. Aus einer Skizze entwickelt sich oft eine neue Idee – bis ich weiß, was ich will. Wichtig ist auch, dass man sich am Anfang nicht zu viele Grenzen setzt.
Bei meinen Cartoons ist es etwas anders, da es hierbei ja mehr um einen Witz geht, als um eine möglichst tolle Zeichnung. Die ist dann vielleicht das Tüpfelchen auf dem „i“. Der Cartoon entsteht also im Kopf. Deshalb mache ich z.B. gerne ausgedehnte Spaziergänge, lege mich in die Hängematte oder begebe mich an andere Orte, wo ich gut nachdenken kann. Auf Zugfahrten geht das auch super. Dann lasse ich meinen Gedanken freien Lauf.
Nochmal auf Deine Aussage das Du beim Zeichnen Podcasts hören kannst. Wie muss sich das jemand vorstellen der nicht zeichnet? Andere Leute müssen sich beim Zeichnen konzentrieren…
Es gibt zwei wesentliche Phasen, wenn ich illustriere: Entwurf und Umsetzung. Am Anfang ist es viel gedankliche Arbeit, ich sammle Ideen, recherchiere und skizziere. Das ist alles sehr grob und muss auch noch nicht toll aussehen. Ich benutze einfaches Kopierpapier und Bleistift, Kuli oder Marker. Wichtig ist, dass eine gute Idee dabei herauskommt. Solange brauch ich auch möglichst Ruhe um mich herum.
Wenn die Idee steht und ich weiß, wie meine Illustration werden soll, mache ich mich an die Umsetzung. Bei den Cartoons geht das mit einer Bleistiftzeichnung los, die ich in Photoshop koloriere, bei meinen Illustrationen mache ich meist nur eine grobe Vorzeichnung, die ich scanne und als Vorlage für das eigentliche Bild verwende.
In dieser zweite Phase muss ich in der Regel nicht mehr viel nachdenken, also kann ich dabei wunderbar meine Ohren öffnen.
Welche Podcast hörst Du und magst du Deine Top 5 nennen? Was findest Du an Deinen Lieblings-Podcasts spannend?
Die Reihenfolge variiert. Dübels Geistesblitz, Dittsche und Horst Evers höre ich, weil das mein Humor ist und ich mich gut unterhalten fühle. WWW und den Macwelt Podcast wegen der gut aufbereiteten Infos (da passen vielleicht noch der Fraunhofer und der Helmholtz Podcast zu). Früher mochte ich den Maccast, aber der erscheint leider nur noch selten. Generell stehe ich nicht so auf die reinen Wohnzimmer-Podcasts, wo sich die Leute nur darüber unterhalten, wie ihr Stuhlgang am Morgen war…
Du schreibst vom iMac in einer Deiner Antworten. Das ist die Gelegenheit, nach Deiner ersten Begegnung mit Macs und Apple zu fragen.
Ich war ein Spätstarter in Sachen Computer. In meiner Schulzeit (die 1996 endete) habe ich nie einen besessen. Ich habe die ganze Technik zu dem Zeitpunkt auch eher abgelehnt, aus welchen Gründen auch immer. Erst mit dem Beginn meines Design-Studiums sprang der Funke doch noch über. Die HTK (Hamburger Technische Kunstschule) war sehr gut mit (Apple-) Computern ausgestattet und ich habe gesehen, was damit alles möglich ist. Bislang hatte ich nur Windows-Rechner gekannt. Ich war sehr angetan, wie vergleichsweise einfach der Mac zu bedienen war.
Mein erster Computer überhaupt war dann Ende der Neunziger ein G3-Mac mit 233 MHz, 4 GB Festplatte und 128 MB Ram. Den habe ich sehr lange gehabt, darauf folgte ein PowerMac G4, ein MacBook Pro und letzten Herbst dann der 20“-iMac. Tolles Ding.
Ich liebe die Apple-Produkte, die ich besitze, weil sie so durchdacht sind, mir bei meiner Arbeit nicht im Weg stehen und Apple immer wieder konsequent neue Ideen umsetzt, die echte Fortschritte darstellen. Außerdem machen die Sachen Spaß, auch wenn ich sonst nicht unbedingt ein Technik-Freak bin.
Und nein, ich kriege kein Geld von Apple.
Hat schonmal jemand eine Fälschung in Auftrag gegeben? Wie hast Du reagiert und was für ein Bild wäre das gewesen?
In der Regel beauftragt ja jemand einen Illustrator, weil er etwas Einzigartiges haben möchte. Eine Fälschung wollte noch niemand von mir haben. Würde ich natürlich auch ablehnen, es sei denn, es handelt sich um eine eindeutige Parodie oder so.
Gibt es jemanden für den Du gerne zeichnen würdest?
Ich kann mich über die Qualität meiner Job-Anfragen eigentlich gar nicht beklagen. Gerade habe ich zum Beispiel eine Reihe Illustrationen für die GEOlino gemacht, das hatte ich mir immer schon mal gewünscht. Wenn es um Film-Projekte geht, ist Pixar (Oben, Findet Nemo usw.) natürlich ganz oben auf der Wunschliste, weil die tolle Filme und immer ein erstklassiges Design machen. Ansonsten freue ich mich besonders über alles, was ich bislang noch nicht gemacht habe.
Unter welcher Lizenz veröffentlichst Du Deine Arbeiten?
Die Cartoons? Prinzipiell kann jeder meine Cartoons zeigen, solange das in einem nicht-kommerziellen Umfeld stattfindet, die Cartoons nicht bearbeitet oder verändert werden und ein Urheberrechtsvermerk erscheint. Der steht ja aber aber als Link schon in jedem Cartoon mit drin. Wenn jemand meine Cartoons auf seiner Website zeigt, gleichzeitig aber z.B. durch Werbung Geld verdient, wird es kritisch. Was anderes ist es, wenn ein Cartoon gezeigt wird, weil jemand über mein Tun berichtet. Im Zweifelsfall lieber nachfragen.
Ich kriege immer häufiger Anfragen von Leuten, die meine Cartoons z.B. in ihrer Werbung platzieren möchten, aber dafür nichts bezahlen möchten. Es fällt dann gerne der Satz „Du machst das ja gerne, und die Cartoons sind ja sowieso vorhanden“. Solche Leute sollten vielleicht wissen, dass die Entstehung eines Cartoons im Schnitt etwa vier Stunden Zeit in Anspruch nimmt, eher noch mehr. Bei 400 Cartoons sind das 1600 Stunden oder, in Arbeitstagen: 200 Arbeitstage. Ich habe also tatsächlich insgesamt über ein halbes Jahr lang nichts anderes getan, als Cartoons zu produzieren, ohne damit ernsthaft Geld zu verdienen. Und dann soll ich denen das schenken?Nö.
Wie läuft das rechtlich bei Deinen Auftragsarbeiten. Die Kunden wollen ja sicher sämtliche Rechte erwerben. Soweit ich weiss kannst Du dein Urheberrecht aber nicht vollständig abgeben?
Das Urheberrecht kann man – nach deutschem Recht – überhaupt nicht abgeben. Es läßt sich nicht übertragen, es sei denn durch Vererbung. Was ich tue ist, meinen Kunden ein Nutzungsrecht einzuräumen. Je mehr Nutzungsrechte ich weitergebe, desto teurer wird eine Illustration.
In der Regel ist es so, dass ich ein einfaches Nutzungsrecht einräume. Das heißt, ich kann meine Illustration auch noch an andere verkaufen. Das ist zwar nicht so häufig der Fall, aber es kommt vor. Etwas anderes ist es zum Beispiel, wenn ich ein Logo für jemanden gestalte. Derjenige wird ja sein Logo vor dem Gebrauch durch andere schützen wollen. Also bekommt so jemand ein ausschließliches Nutzungsrecht.
Soweit die Theorie. In der Praxis sind die Nutzungsrechte öfters mal Streitpunkt, weil manche Kunden denken, sie hätten grundsätzlich alle Rechte an der Illustration. Erfahrungsgemäß sind das gerade die Firmen mit dem kleinsten Budget.
Ist Michael Mantel ein “Künstlername”?
Ha ha, der war gut! Gestatten: Mantel – Michael Mantel. Den werd ich mir merken ;)

Hättest Du das Interview lieber in Podcastform gemacht?
So wie Du es jetzt gemacht hast, kann ich mir meine Antworten natürlich besser überlegen. Aber mir ist jede Form von Interview recht. Ich freue mich, dass da jemand ist, der sich für das, was ich tue, interessiert.
Worüber möchtest Du noch unbedingt sprechen, wonach ich aber nicht gefragt habe?
Hmmm, vielleicht noch einen ernsthaften Gedanken? Ich habe das Gefühl, dass die Menschen immer oberflächlicher werden. Gerade das Internet verleitet scheinbar dazu, möglichst viel mitnehmen zu wollen, aber wenig Zeit zu investieren. Ich merke das bei meinen Cartoons. Witze, die manche Leute nicht in Sekundenbruchteilen verstehen, sind nicht witzig. Man überfliegt alles nur noch. Überall dabei sein, aber nirgends so richtig. Dadurch erlebt man zwar mehr, aber viel weniger intensiv. Das finde ich schade. Was meine Cartoons angeht, versuche ich, mich davon nicht beeinlussen zu lassen. Ich könnte ganz bestimmt mit versauteren, flacheren Witzen die Besucherzahlen immens steigern, aber mir ist es wichtig, dass ich meinem eigenen Humor immer treu bleibe. Das ist mein Beitrag zu einer besseren Welt.
Also: Entspannt Euch, Leute. Und immer schön freundlich bleiben!
Vielen Dank für das offene Beantworten der Fragen, Michael.
Tillmann Scheele führte durch das Maclites Magazin Interview. Schau regelmäßig nach neuen Interviewgästen von Maclites und verfolge das Maclites Magazin über:
Hehe, die Bilder im Beitrag sind klasse. Damit entlockt er einem auf jeden Fall mehr als nur ein leichtes Schmunzeln. Zumindest mir! Das Interview ist sehr interessant. Ich finde es ganz toll, wenn man mal ein bisschen erfährt, wer hinter den Illustrationen steckt. Immer ganz interessant, um was für Menschen es sich handelt, und wie sie auf die Idee kommen, den Weg als Illustrator einzuschlagen.